[Rezension] Mut ist der Anfang vom Glück von Heike Karen Gürtler

Manchmal braucht man einfach ein wenig Mut …

Mut ist der Anfang vom Glück

Klappentext

„Man kann von Mut träumen, den der anderen bewundern, sich vorstellen, wie es wäre wenn. Aber Mut ist etwas, das nur wächst, wenn man anfängt, etwas zu wagen. Man muss ihn ausprobieren und trainieren, erst kleine Schritte machen und jedes Mal ein bisschen weitergehen.“

Der Text der neuen Mitschülerin Ella trifft Kim mitten ins Herz! Sie hat furchtbare Angst davor, zu sich selbst zu stehen, zu zeigen, wer sie wirklich ist. Selbst vor ihren besten Freundinnen hütet sie ihr Geheimnis. Aber was wäre eigentlich dabei, wenn alle wüssten, dass sie auf Mädchen steht? Kim fast einen Entschluss, der nicht nur ihr Leben verändern wird.
(Quelle und Bildcopyright liegen beim Thienemann Verlag)

Biblios

  • Preis: 12,99 €
  • Format: Paperback
  • Seitenzahl: 240
  • Altersempfehlung: ab 13
  • Reihe: /
  • Verlag: Thienemann

Mehr Informationen gibt es hier.

Cover

Mit dem hellen Blau im Hintergrund und den hellgelben Zeichnungen darauf strahlt das Cover direkt eine fröhliche Stimmung aus. Rund um den Titel, der in weißen Lettern in der Mitte des Covers steht, wurden Fotos von verschiedenen Mädchen positioniert. Ich denke, das soll auf das Foto-Projekt von Ella und Kim anspielen, auch wenn das ein anderes Thema hatte. Im Großen und Ganzen finde ich das Cover sehr gelungen, weil es fröhlich und lebenslustig wirkt und aus der Masse heraussticht.

Meinung

Oh, ein Jugendbuch mit einer lesbischen Liebesgeschichte! Da es in dem Genre so unglaublich wenig gibt, habe ich mich richtig gefreut, als ich auf dieses Buch gestoßen bin – die meisten anderen Lesbian Romance-Jugendbücher habe ich schließlich schon gelesen – und der Klappentext hat mich sofort angefixt. Ich musste es natürlich haben und da sich 240 Seiten schnell lesen lassen, habe ich das Buch nun fast in einem Rutsch beendet. Allerdings lässt es doch einiges zu wünschen übrig.

Beginnen wir mit dem Schreibstil. Ich hatte permanent das Gefühl, dass die Autorin versucht, sich in eine Sechzehnjährige hinzuversetzen, ihr das aber nicht so recht gelingen mag, was sich deutlich in ihrem Schreibstil zeigt. Außerdem werden ganze Szenen oftmals in wenigen Worten abgehakt, so dass ich beim Lesen einige Male den Faden verloren habe, z.B. Ellas Mutter lädt sie zum Abendessen ein. Sie setzen sich ins Auto und fahren los. Drei Zeilen später ist das Abendessen zu Ende und Kim bereits wieder zu Hause. Aber das ist noch nichts alles. Nicht nur, dass die verschiedenen Aktivitäten und Tagesabläufe einfach runtergerattert werden, auch die Emotionen sind dabei irgendwo auf der Strecke geblieben.

Ab und an gibt es Szenen, die die Autorin weiter ausführt und die dann auch mal sehr gefühlvoll beschrieben werden, aber gerade bei einer Thematik wie dieser, die von aufkeimenden Gefühlen lebt, sollten gerade diese besser dargestellt werden. Doch das ist hier leider nicht der Fall. Darüber hinaus kommen mir die Gefühle zwischen den beiden etwas zu plötzlich.

Das, was der Klappentext als Aufhänger für das Buch aufführt, geschieht beispielsweise erst in der zweiten Hälfte. Zu diesem Zeitpunkt ist Ella schon lange neu in Kims Klasse gekommen und die beiden haben zusammen an einem Kunstprojekt gearbeitet, bei dem sie sich angefreundet haben. Zwar lässt Kim (die Ich-Erzählerin) den Leser von Beginn an wissen, dass sie von Ella fasziniert ist, doch von Verliebtheit ist da noch lange nicht die Rede. Beim Lesen habe ich mich einige Male gefragt, wie die Geschichte auf 240 Seiten zum Abschluss kommen soll, aber klar, wenn die Ereignisse nur aufgelistet werden und der Aufhänger des Buches eigentlich nur die zweite Hälfte einnimmt, dann geht das natürlich.

Kim hat sich als Protagonistin auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Schon am Anfang wird klar, dass sie das graue Mäuschen zwischen der mega hüschen Sophie und der mega sportlichen Lea ist. Sie ist die, die noch nie einen Freund hatte, obwohl ihre Eltern fast täglich fragen, wie es an dieser Front aussieht. Die ohne Selbstvertrauen, die am liebsten im Hintergrund bleibt – und darüber jammert, dass sie eben nicht mutig ist oder Selbstvertrauen hat. Unnötig zu erwähnen, dass ich nicht mit ihr warm geworden bin. Sophie und ihren Nebenhandlungsstrang habe ich – gelinde gesagt – als übertrieben empfunden und hätte lieber mehr über Kims Geschichte gelesen, sie sollte schließlich im Fokus stehen. Ihre beste Freundin Lea und auch Marek, der sich im Verlauf des Buches zum definitiv coolsten Charakter entwickelt hat, habe ich dahingegen durch ihre lockere, lässige Art liebgewonnen.

Und dann ist da noch Ella, die mich auf eine seltsam zu beschreibende Art und Weise beeindruckt hat. Obwohl sie erst sechzehn ist, wirkt sie schon viel älter. Sie hat eine tiefgründige, nachdenkliche Seite und so viel Selbstbewusstsein, dass Kim sich locker eine Scheibe davon abschneiden könnte. Neben Marek ist sie für mich der einzige Lichtblick in diesem Buch.

Fazit

„Mut ist der Anfang vom Glück“ hat es leider nicht geschafft, mich zu überzeugen. Was  sich so vielversprechend angehört hat, konnte sein Wort leider nicht halten. Eine vorhersehbare Handlung, die emotionslos runtergerattert wird, und eine Protagonistin, die lieber über ihr fehlendes Selbstvertrauen jammert als etwas zu ändern, für dieses Buch kann ich leider keine Leseempfehlung aussprechen.

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