[Rezension] Ewig und du von Emily Bähr

ewig und du

 

Klappentext

**L(i)eben bedeutet du und ich**
Nach einem Unfall und sechsmonatigem Koma ist die 18-jährige Lefke an den Rollstuhl gefesselt. Ihre Zeit als Schulprinzessin ist damit vorbei und auch ihre Karriere als Model muss sie an den Nagel hängen. Für Lefke ist das ein Weltuntergang. Sie kann sich nicht vorstellen, jemals wieder glücklich zu werden, und fasst den folgenschweren Entschluss, ihrem Leben ein Ende zu bereiten. Doch dann taucht ausgerechnet ihr unfassbar attraktiver Nachbar Louis auf. Er stellt lauter ungemütliche Fragen und hat irrsinnige Ausflugspläne. Jeden Tag aufs Neue. Bis die Welt langsam nicht mehr ganz so schwarz aussieht …
(Quelle und Bildcopyright liegen bei Carlsen Impress)

Biblios

  • Preis: 3,99 €
  • Format: E-Book
  • Seitenzahl: 334
  • Altersempfehlung: ab 14
  • Reihe: /
  • Verlag: Carlsen Impress

Mehr Informationen gibt es hier.

Cover

Ich muss ja sagen, das Cover finde ich ungewöhnlich und im ersten Moment ist es sehr grell. Das helle Blau gepaart mit dem grellen Pink springen einen so richtig an, aber je mehr man sich das Cover anschaut, umso cooler ist es eigentlich. Zu sehen sind außerdem die Silhouetten von zwei jungen Menschen, die auf einer Parkbank sitzen und Enten in einem Teich füttern. Auch das ist nicht unbedingt ein Covermotiv, das öfters auftaucht, aber im Nachhinein hätte man das Motiv gar nicht besser wählen können. Enten an die Macht!

Meinung

Der Titel „Ewig und du“ hat bei mir am Anfang suggiert, dass es sich um eine sehr traurige, herzzerstörerische Geschichte handelt, so dass ich sogar mit mir gehadert habe, es zu lesen. Zum Glück habe ich rechtzeitig die Info erhalten, dass das Buch nicht traurig, sondern tatsächlich sehr humorvoll geschrieben ist, denn ich hätte mir wirklich in den Hintern getreten, wenn ich das Buch deshalb nicht gelesen hätte.

Und wenn ich humorvoll sage, dann meine ich auch das, obwohl es das noch nicht einmal ansatzweise beschreibt. Ein so verrückter, spritziger und lustiger Schreibstil ist mir wirklich noch nicht untergekommen, aber ich denke, gerade dieser sorgt dafür, dass man das Buch so schnell nicht vergessen wird. Ironie und Sakasmus vom Allerfeinsten. Man muss allerdings sagen, dass das Buch sich selbst nicht allzu ernst nimmt, so dass Krankheiten wir Alzheimer heruntergespült werden. Mag sein, dass das dem ein oder anderen nicht gefällt, aber mich hat es nicht gestört. Es ist tatsächlich sehr erfrischend, wenn solche Krankheiten mal nicht als schlimm und tragisch dargestellt werden (obwohl sie es natürlich sind!), sondern mit einer gehörigen Portion Humor.

Das Buch dreht sich um Lefke (a.k.a Läfkii, weil niemand ihren Namen richtig aussprechen kann). Sie hatte eine strahlende Karriere aus Model und Ballerina vor sich, aber das war, bevor sie 8 Monate im Koma gelegen hatte. Nun ist sie wieder wach und zu Hause, laufen kann sie nicht mehr und ist daher an den Rollstuhl gefesselt. Da sie frustiert und voller Kummer ist, weil sie nur eine Last für ihre Familie darstellt, beschließt sie, ihr Leben zu beenden, indem sie sich vom Dach ihres Wohnhauses stürzt. Allerdings hat sie nicht mit Louis gerechnet, der an diesem Morgen ebenfalls auf dem Dach ist. Er überzeugt sie – anders als ihr denkt – davon, nicht zu springen und als sie es am nächsten Morgen noch einmal versuchen will, steht er auf einmal vor ihrer Tür, um sie abzuholen: Zum Entenfüttern!

Ungewöhnlich? Jep. Seltsam? Ein wenig. Amüsant? Auf jeden Fall. Lefke lässt sich nämlich dazu hinreißen und damit geht die Geschichte von Lefke und Louis – und natürlich den Enten, die in diesem Buch einen sehr großen Platz einnehmen – erst los.

Das Besondere an diesem Buch sind sicherlich die beiden Protagonisten des Buches und gar nicht so sehr die Umstände, unter denen sie sich gefunden haben. Während Lefke durch ihren Rollstuhl körperlich eingeschränkt ist und das Laufen von Neuem erlernen muss, ist nämlich Louis auch nicht einfach nur der gutaussehende Kerl, den der Internettext angepriesen hat: Er ist Autist, das heißt, er braucht einen routinierten Tagesablauf, kann Körperkontakt nicht leiden, hat eine Art Sozialphobie und ist allgemein ein schwieriger Zeitgenosse. Zwei so verschiedene Protagonisten hatte ich lange nicht in einem Buch und die Art, wie Emily Bähr die Beziehung der beiden aufbaut, ist wirklich amüsant und dabei auch sehr berührend.

Lefke ist eine sehr erfrischende Protagonistin. Während die meisten Jugendbuch-Protas als graues Mäuschen ihren ersten Auftritt haben, gibt Lefke unverwunden zu, dass sie zu den beliebten Schülern gehört und auf den grauen Mäuschen rumgehakt hat. Ihre Einstellung hat sich nach dem Koma aber nicht gänzlich geändert. Sie versteht zwar, dass ihre „Freundinnen“ nie wirklich Freundinnen waren, aber sonst verändert sie sich nicht sonderlich. Sie ist eben, wie sie ist, und auch wenn man ihr Verhalten teils immer noch als rücksichtslos bezeichnen kann, merkt man doch ihre Entwicklung im Buch. Und etwas anderes hätte einfach nicht zu ihr gepasst.

Louis habe ich direkt ins Herz geschlossen. Durch seinen Autismus und die damit einhergehende Sozialphobie wirkt er irgendwie unschuldig und ist einfach soooo knuffig. Im Grunde will man ihn einfach die ganze Zeit in den Arm nehmen und ganz fest drücken – auch wenn man das bei einem Autisten besser nicht tun sollte.

Fazit

„Ewig und du“ ist ein Buch voller Humor und Lebensfreude – und natürlich Enten – dass man beim Lesen kaum noch aus der Hand legen kann. Spritzige Dialoge, ein Schreibstil zum Schmunzeln und ganz besondere Charaktere machen dieses Buch zu einem meiner 2018er Highlights.

6

 

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