[Rezension] Das verlorene Königreich von Valeria Bell

Das verlorene Königreich

Klappentext

**Wenn du vergisst, dass du einst eine Königin warst…**
Skyler ist als frühe Vollwaise die jüngste Herrscherin des mächtigen Königreichs Andonia. Doch von ihrem Land ist nur noch ein Schatten übrig. Dunkle Dämonen haben das Gebiet übernommen und die junge Königin selbst soll in naher Zukunft genau den Magier heiraten, der das Unheil über ihr Land gebracht hat. Um ihr Volk vor der grausamen Zukunft zu bewahren, flieht Skyler über die Dächer ihres Schlosses in die Freiheit, nur um durch einen unbedachten Schritt in die Tiefe zu stürzen. Als sie wieder zu sich kommt, ist ihr Gedächtnis ausgelöscht, aber ihr Schicksal lässt nicht lange auf sich warten. Bald darauf wird auch ihre Ziehschwester von den Dämonen eingeholt und Skylers Instinkt befiehlt ihr zu handeln. Doch dabei kann ihr nur einer helfen: der geheimnisvolle und viel zu attraktive Waldläufer William…
(Quelle und Bildcopyright liegen bei Carlsen Impress)

Biblios

  • Preis: 3,99 €
  • Format: E-Book
  • Seitenzahl: 244
  • Altersempfehlung: ab 14 Jahre
  • Reihe: Die Magie der Königreiche #1
  • Verlag: Carlsen Impress

Mehr Informationen gibt es hier.

Cover

Das Cover weicht sehr stark von den üblichen Fantasy-Titeln bei Impress ab. Es ist in einem blassen Grau-Blau gehalten mit einem Rahmen und schwarzen Ornamenten an den Ecken. Im Hintergrund ist zum einen ein Wald und zum anderen ein Schloss zu sehen, während der Vordergrund von dem halb-transparenten Gesicht der Protagonistin eingenommen wird. Das Cover-Model finde ich gut gewählt, denn genauso habe ich mir Skyler vorgestellt, allerdings sticht für meinen Geschmack das „Königreich“ aus dem Titel in der großen Schriftart und dem viel zu starken Schwarz etwas zu sehr heraus.

Meinung

Wie ihr wisst, erzähle ich euch immer wieder, dass Highfantasy nicht unbedingt mein favorisiertes Genre ist, aber manchmal wage ich mich auch bei Debüt-Autoren an dieses Genre, obwohl ich gar nicht weiß, was mich in der Geschichte erwartet. Bei „Das verlorene Königreich“ war das der Fall, aber von der Idee her und auch nach einigen Ausschnitten, die ich bereits hören durfte, musste ich dieses Buch einfach lesen.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr verträumt und vor allem zu Beginn der Geschichte bildhaft und ausführlich. Während ich allerdings am Anfang des Öfteren über Satzkonstruktionen gestolpert bin, ist der Text mit Voranschreiten der Handlung allerdings immer flüssiger geworden. Die Autorin hat immer mehr Spannung aufgebaut, so dass ich mich schlussendlich gar nicht mehr losreißen konnte.

Die Geschichte handelt von der jungen Königstochter Skyler, die aus ihrem Land fliehen muss, nachdem ein böser Magier die Macht an sich gerissen hat. Bei ihrer Flucht verliert sie jedoch ihr Gedächtnis und wird weit weg von ihrer Heimat von einer Familie sozusagen adoptiert. Dort lebt sie ein normales Leben, ohne auch nur einen Gedanken an ihr altes Leben zu verschwenden, doch nachts plagen sie Albträume, die ihr die Szenen ihrer Flucht immer wieder vor Augen führen. Als dann ihre kleine Ziehschwester Leandra entführt wird, kann Skyler nicht anders. Sie bricht auf, um Leandra zu retten und sie zurückzubringen. Dabei ist sie allerdings nicht allein. Der Waldläufer William und die kleine Diva von einer Eule namens Zodiac begleiten sie auf ihrer Reise.

Und ohne die beiden wäre Skyler ziemlich aufgeschmissen, denn obwohl sie die Heldin der Geschichte ist, ist sie keine Protagonistin, die auf Anhieb alles kann und alles weiß. Tatsächlich ist sie ziemlich tollpatschig, weiß kaum etwas über ihre Heimat, kann nicht kämpfen, usw. Trotzdem hält sie sich wacker und sie ist auf jeden Fall ehrgeizig und mutig. Ich sehe in ihr wirklich großes Potential, dass sie sich bis zum Ende der Reihe in eine starke Protagonistin entwickelt hat.

Aber bis es soweit ist, hat sie ja William an der Seite. William, der von Anfang an so viel mehr weiß als Skyler und sich dennoch in Schweigen hüllt, bis die richtige Zeit gekommen ist. Zwar habe ich mich nicht direkt zu Beginn in ihn verguckt, doch im Laufe der Handlung immer und immer mehr. Er ist stark und ebenso mutig wie seine Weggefährtin und darüber hinaus besitzt er einiges an Charm. Unnötig ist wohl zu erwähnen, dass den beiden eine Liebesgeschichte zugedacht ist. Diese kommt allerdings nicht richtig heraus. Obwohl eine Menge Potential dagewesen wäre, fehlt mir ein wenig die Spannung zwischen den beiden. Das Ganze wirkt ein wenig erzwungen beim Lesen, ist aber kein großes Manko, schließlich haben beide eigentlich auch ganz andere Sorgen.

Während sich der erste Teil zwar fast nur um die Rettung von Leandra dreht, merkt man als Leser immer mehr, dass noch mehr hinter allem steckt und im Zentrum des Ganzen steht das verlorene Königreich: Andonia. Das Reich, das Skyler retten muss, weil sie die einzige ist, die dazu in der Lage ist. Somit legt Band 1 der Trilogie den Grundstein für das eigentliche Abenteuer, was es zu bestehen gibt und ich für meinen Teil kann es kaum erwarten, wieder mit Skyler und William auf die Reise zu gehen.

Fazit

„Das verlorene Königreich“ ist im Großen und Ganzen ein Debüt, was überzeugt, allerdings auch kleinere Schwächen besitzt. Das Potential ist auf jeden Fall vorhanden, so dass ich sehr gespannt bin, was uns in den nächsten Bänden der „Magie der Königreiche“ erwartet.

4

Was andere dazu sagen

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